Wenn über Barrierefreiheit im eigenen Zuhause gesprochen wird, denken viele Menschen zuerst an Rollstühle. An Rampen, Aufzüge, breite Türen oder Badezimmer, in denen genügend Platz zum Wenden vorhanden ist.

Das sind wichtige Aspekte. Aber Barrierefreiheit ist wesentlich mehr.

Denn nicht jede Einschränkung ist sichtbar. Und nicht jeder Mensch, der Schwierigkeiten im Alltag hat, sitzt im Rollstuhl.

Barrierefreiheit bedeutet vielmehr, dass Menschen ihre Umgebung möglichst selbstständig, sicher und verständlich nutzen können – unabhängig davon, ob die Herausforderung die Beweglichkeit, das Sehen, das Hören, die Orientierung, die Wahrnehmung oder die Verarbeitung von Informationen betrifft.

Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Behinderung deshalb nicht allein als Folge einer gesundheitlichen Einschränkung. Sie entsteht auch durch das Zusammenspiel zwischen den individuellen Voraussetzungen eines Menschen und seiner Umwelt. Eine Umgebung kann Einschränkungen verstärken – oder sie kann Menschen dabei unterstützen, selbstständig zu bleiben.

 

Barrierefreiheit im eigenen Zuhause beginnt nicht bei der Rampe

Stellen Sie sich ein Haus vor, dessen Eingang über eine perfekte Rampe erreichbar ist.

Für einen Rollstuhlfahrer kann das eine wichtige Verbesserung sein.

Aber was ist mit einem Menschen, der schlecht sieht?

Was ist mit jemandem, der schwer hört?

Was ist mit einem Menschen mit Demenz, Parkinson oder einer anderen Erkrankung, die Orientierung und Bewegungsabläufe beeinflusst?

Oder mit einem Menschen aus dem Autismus-Spektrum, für den grelles Licht, bestimmte Geräusche oder eine unübersichtliche Raumgestaltung zu einer erheblichen Belastung werden können?

Die Rampe löst keines dieser Probleme.

Genau deshalb muss Barrierefreiheit individuell betrachtet werden.

 

1. Motorische Barrierefreiheit – mehr als nur Rollstuhlgerechtigkeit

Die klassische Vorstellung von Barrierefreiheit betrifft vor allem die Beweglichkeit.

Dazu gehören beispielsweise:

  • stufenlose Zugänge
  • ausreichend breite Türen und Durchgänge
  • geeignete Bewegungsflächen
  • gut erreichbare Schalter und Bedienelemente
  • sichere Treppen und Handläufe
  • eine gut nutzbare Dusche
  • rutschhemmende Bodenflächen
  • geeignete Höhen von Waschbecken, Arbeitsflächen und anderen Einrichtungen

Doch auch hier gibt es große Unterschiede.

Ein Mensch mit Rollstuhl benötigt andere Lösungen als jemand, der mit einem Rollator unterwegs ist. Eine Person mit eingeschränkter Kraft benötigt möglicherweise Unterstützung beim Öffnen schwerer Türen. Für jemanden mit Gleichgewichtsproblemen können einzelne Stufen oder glatte Bodenflächen zum erheblichen Risiko werden.

Barrierefreiheit bedeutet deshalb nicht: eine Standardlösung für alle.

Sie bedeutet, die tatsächlichen Fähigkeiten und Einschränkungen der Bewohner zu berücksichtigen.

 

2. Barrierefreiheit für Menschen mit Sehbehinderung

Auch ein vollständig stufenloses Haus kann für einen sehbehinderten Menschen schwierig zu nutzen sein.

Hier können beispielsweise folgende Aspekte eine Rolle spielen:

  • ausreichende und blendfreie Beleuchtung
  • deutliche Kontraste zwischen Wänden, Türen und Boden
  • gut erkennbare Türöffnungen
  • tastbare Orientierungsmöglichkeiten
  • eindeutige Markierungen
  • Vermeidung unnötiger Stolperstellen
  • eine klare und übersichtliche Raumgestaltung

Die DIN 18040 berücksichtigt deshalb neben den Bewegungsflächen auch Anforderungen an Orientierung, Information und Erkennbarkeit. Beispielsweise müssen Türen auch für blinde und sehbehinderte Menschen auffindbar und in ihrer Funktion erkennbar sein.

Ein dunkler Flur ist für einen Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen etwas anderes als für einen Menschen mit voller Sehkraft.

 

3. Hörbehinderung – wenn Informationen nicht ankommen

Barrierefreiheit betrifft auch das Hören.

Eine Türsprechanlage, ein Rauchmelder oder ein akustisches Signal kann für einen Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen wenig hilfreich sein, wenn die Information ausschließlich über einen Ton vermittelt wird.

Hier können beispielsweise wichtig sein:

  • optische Signale
  • gut erkennbare Anzeigen
  • technische Assistenzsysteme
  • geeignete Kommunikationslösungen
  • visuelle Warn- und Informationssysteme

Barrierefreiheit bedeutet also nicht nur, einen Raum betreten zu können.

Es bedeutet auch, die Informationen innerhalb dieses Raumes wahrnehmen und verstehen zu können.

 

 

4. Kognitive Barrierefreiheit – ein oft unterschätzter Bereich

Dieser Bereich wird häufig vergessen.

Dabei kann die Umgebung für Menschen mit kognitiven Einschränkungen besonders wichtig sein.

Eine komplizierte Raumaufteilung, fehlende Orientierungspunkte, zu viele Informationen oder uneindeutige Bedienelemente können den Alltag erheblich erschweren.

Eine verständliche Gestaltung kann dagegen helfen.

Zum Beispiel durch:

  • klare und nachvollziehbare Raumstrukturen
  • eindeutige Wege
  • einfache Beschriftungen
  • Symbole und Piktogramme
  • verständliche Bedienung
  • wiederkehrende Orientierungspunkte
  • möglichst wenig unnötige Reize

Auch die spanische Gesetzgebung berücksichtigt inzwischen ausdrücklich die kognitive Barrierefreiheit. Sie umfasst unter anderem die verständliche Gestaltung von Informationen und die Möglichkeit, Umgebungen, Produkte und Dienstleistungen leichter zu verstehen und zu nutzen.

Gerade bei Menschen mit Demenz oder anderen kognitiven Einschränkungen kann die Gestaltung der Wohnumgebung deshalb einen wesentlichen Unterschied im Alltag machen.

 

5. Wahrnehmung und Reizüberflutung

Manche Barrieren sind nicht sofort sichtbar.

Licht, Geräusche, Farben, Materialien und die Anordnung von Möbeln können beeinflussen, wie angenehm oder belastend ein Raum empfunden wird.

Für manche Menschen kann beispielsweise eine sehr unruhige Umgebung mit vielen Mustern, starken Kontrasten oder ständig wechselnden Geräuschen belastend sein.

Bei einer autismusgerechten Wohnraumgestaltung kann deshalb beispielsweise darauf geachtet werden, Reizquellen zu reduzieren und Räume klar zu strukturieren.

Hier zeigt sich besonders deutlich:

Barrierefreiheit ist nicht immer das Hinzufügen von etwas. Manchmal bedeutet sie auch, etwas wegzulassen.

Weniger Reize. Weniger Hindernisse. Weniger Unsicherheit.

 

6. Orientierung ist ebenfalls Barrierefreiheit

Ein Zuhause kann baulich perfekt zugänglich sein und trotzdem schwer verständlich sein.

Wo geht es ins Badezimmer?

Welche Tür führt nach draußen?

Wo befindet sich der Lichtschalter?

Welche Taste muss gedrückt werden?

Für die meisten Menschen sind solche Fragen selbstverständlich. Für Menschen mit bestimmten Einschränkungen können sie jedoch zu echten Herausforderungen werden.

Eine klare Raumstruktur und wiederkehrende Orientierungspunkte können deshalb genauso wichtig sein wie eine Rampe.

 

7. Sicherheit und Barrierefreiheit gehören zusammen

Barrierefreiheit bedeutet nicht nur, dass man einen Raum erreichen kann.

Man muss ihn auch sicher benutzen können.

Deshalb gehören beispielsweise rutschhemmende Bodenflächen, gute Beleuchtung, sichere Treppen, gut erreichbare Bedienelemente und eine durchdachte Badezimmergestaltung zu einer ganzheitlichen Betrachtung.

Gerade das Badezimmer zeigt, wie unterschiedlich die Anforderungen sein können.

Eine bodengleiche Dusche kann sinnvoll sein. Aber wenn der Boden rutschig ist, die Beleuchtung schlecht und die Haltemöglichkeit ungünstig positioniert ist, entsteht dadurch noch kein wirklich sicheres Badezimmer.

 

8. Barrierefreiheit kann auch Technik bedeuten

Moderne Technik kann ebenfalls Barrieren reduzieren.

Smart-Home-Lösungen können beispielsweise dabei helfen,

  • Licht automatisch zu steuern,
  • Türen oder Rollläden einfacher zu bedienen,
  • bestimmte Abläufe zu automatisieren,
  • Notfallsituationen schneller zu erkennen,
  • Informationen über verschiedene Signale bereitzustellen.

Dabei gilt allerdings auch hier:

Technik muss zum Menschen passen – nicht der Mensch zur Technik.

Eine komplizierte Steuerung mit vielen Menüs kann eine neue Barriere schaffen, anstatt eine bestehende zu beseitigen.

 

Barrierefreiheit ist individuell

Vielleicht ist das der wichtigste Punkt überhaupt.

Es gibt nicht das eine barrierefreie Zuhause, das für jeden Menschen gleichermaßen funktioniert.

Ein Rollstuhlfahrer benötigt möglicherweise andere Anpassungen als ein Mensch mit Parkinson.

Ein Mensch mit einer Sehbehinderung benötigt andere Lösungen als jemand mit einer Hörbehinderung.

Und ein Mensch mit Demenz oder einer kognitiven Einschränkung kann wiederum ganz andere Anforderungen an seine Wohnumgebung haben.

Auch die Weltgesundheitsorganisation betrachtet barrierearmes Wohnen nicht nur unter dem Gesichtspunkt des Rollstuhls. Sie beschreibt „Universal Design“ als einen Ansatz, der Wohnräume an unterschiedliche Fähigkeiten und Bedürfnisse der Menschen anpasst – und damit auch Veränderungen im Laufe des Lebens berücksichtigt.
WHO: Housing and health guidelines

Die UN-Behindertenrechtskonvention betrachtet Barrierefreiheit deshalb umfassend: Sie bezieht nicht nur Gebäude ein, sondern auch Verkehr, Information, Kommunikation, digitale Systeme und öffentlich zugängliche Dienstleistungen.

Auch die spanische Gesetzgebung definiert universelle Barrierefreiheit entsprechend umfassend. Danach sollen Umgebungen, Prozesse, Produkte und Dienstleistungen von allen Menschen möglichst sicher, komfortabel, selbstständig und auf natürliche Weise genutzt werden können.

 

Barrierefreiheit betrifft mehr Menschen, als viele denken

Barrierefreiheit ist deshalb kein Thema, das ausschließlich Menschen mit einer anerkannten Behinderung betrifft.

Eine ältere Person mit nachlassender Kraft profitiert von einer sicheren Dusche.

Ein Mensch nach einer Operation profitiert von einem stufenlosen Zugang.

Eltern mit einem Kinderwagen profitieren von einer Rampe.

Eine Person mit eingeschränktem Sehvermögen profitiert von guten Kontrasten und einer durchdachten Beleuchtung.

Und verständliche Informationen können für viele Menschen hilfreich sein.

Die WHO weist ebenfalls darauf hin, dass Maßnahmen des Universal Design nicht nur Menschen mit Behinderungen zugutekommen, sondern beispielsweise auch älteren Menschen oder Eltern mit Kinderwagen.

 

Es geht nicht darum, ein Haus „behindertengerecht“ zu machen

Eine ganzheitliche Wohnraumanpassung sollte nicht erst dann beginnen, wenn bereits eine Einschränkung eingetreten ist.

Viel sinnvoller kann es sein, frühzeitig darüber nachzudenken:

Was könnte in einigen Jahren schwieriger werden?

Vielleicht sind heute noch drei Stufen kein Problem.

Vielleicht funktioniert die Badewanne heute noch problemlos.

Vielleicht reicht der kleine Bewegungsraum im Badezimmer heute aus.

Aber was passiert, wenn sich die Beweglichkeit verändert?

Wenn ein Rollator benötigt wird?

Wenn das Gleichgewicht schlechter wird?

Wenn das Sehvermögen nachlässt?

Oder wenn eine Erkrankung den Alltag verändert?

Zukunftssicheres Wohnen bedeutet, solche Entwicklungen mitzudenken, bevor aus einer kleinen Einschränkung ein großes Problem wird.

 

Barrierefreiheit beginnt mit dem Menschen – nicht mit dem Gebäude

Genau hier setzt eine individuelle Wohnraumanpassung an.

Nicht die Frage „Ist dieses Haus barrierefrei?“ sollte am Anfang stehen.

Sondern:

„Wer lebt hier – und was braucht dieser Mensch, damit er möglichst selbstständig, sicher und zufrieden in seinem Zuhause leben kann?“

Erst danach sollte man sich das Gebäude ansehen.

Denn ein Haus kann auf dem Papier barrierefrei sein und trotzdem für eine bestimmte Person ungeeignet sein.

Und umgekehrt kann ein bestehendes Haus, das heute nicht vollständig barrierefrei ist, durch gezielte Veränderungen deutlich besser an die Bedürfnisse seiner Bewohner angepasst werden.

 

Unser Ansatz: Wohnraum passend zum Menschen

Bei Planck Immobilien betrachten wir Barrierefreiheit deshalb nicht ausschließlich aus baulicher Sicht.

Wir schauen auf den Menschen, seine persönlichen Bedürfnisse und die vorhandene Wohnsituation.

Dabei können ganz unterschiedliche Bereiche eine Rolle spielen:

Bewegung · Sicherheit · Orientierung · Licht · Kontraste · Akustik · Wahrnehmung · Kommunikation · Technik · Raumaufteilung

Das Ziel ist nicht, ein Zuhause möglichst kompliziert umzubauen.

Das Ziel ist, mit den richtigen Veränderungen möglichst viel Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erhalten.

Denn manchmal braucht es keine komplette Renovierung.

Manchmal braucht es nur die richtige Veränderung an der richtigen Stelle.

Das Planck’sche Prinzip. Kleine Veränderungen. Große Wirkung. Für Ihr Zuhause.

 

Fazit

Barrierefreiheit ist mehr als eine Rampe.

Sie beginnt beim Zugang zum Haus, reicht über Türen, Treppen, Badezimmer und Beleuchtung bis hin zu Orientierung, Kommunikation, Technik und der Frage, wie verständlich und angenehm eine Umgebung für einen Menschen ist.

Ein wirklich gut angepasstes Zuhause berücksichtigt deshalb nicht nur die Immobilie.

Es berücksichtigt den Menschen, der darin lebt.

Und genau darin liegt der Unterschied zwischen einem einfach umgebauten Haus und einem Zuhause, das langfristig ein selbstbestimmtes Leben unterstützen kann.

 

Lassen Sie Ihre Bau- oder Renovierungsplanung professionell begleiten

Wir unterstützen Eigentümer an der Costa Blanca dabei, Immobilien so zu planen und anzupassen, dass sie auch in Zukunft sicher, komfortabel und selbstständig genutzt werden können.

Von der ersten Analyse über die Planung sinnvoller Maßnahmen bis zur Umsetzung betrachten wir Ihr Zuhause ganzheitlich – mit dem Ziel, Wohnräume zu schaffen, die heute überzeugen und morgen noch passen.

Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf und vereinbaren Sie eine persönliche Wohnraumberatung. Gemeinsam schaffen wir ein Zuhause, das Sicherheit gibt und Lebensqualität erhält.

Kontaktieren Sie uns oder
schicken Sie uns eine E-Mai an: info@planck-immobilien.com
Wir melden uns zeitnah bei Ihnen.

 

Planck-immobilien
Datenschutzübersicht

Diese Website verwendet Cookies und/oder ähnliche Technologien, eigene und von Dritten, die beim Surfen Informationen speichern und abrufen.
Im Allgemeinen können diese Technologien für sehr unterschiedliche Zwecke dienen, wie zum Beispiel, Sie als Nutzer zu erkennen, Informationen über Ihr Surfverhalten zu erhalten, statistische Zwecke oder die Darstellung der Inhalte zu personalisieren.
Diese Cookies und/oder ähnlichen Technologien bieten dem Nutzer ein besseres Erlebnis.